satori

12 Dezember 2010

Wikileaks

Stellen Sie sich vor, Sie hätten brisantes Material. Sie haben z.B. Dokumente erhalten, die zweifelsfrei belegen, dass die Regierung an illegalen Tötungsdelikten beteiligt ist, die zur Terroristenbekämpfung vollzogen wurden. Dies ist illegal. Es ist ein Verbrechen.

Wem geben Sie diese Dokumente?

Früher konnte man diese Dokumente in Deutschland z.B. dem Spiegel oder einer großen seriösen regionalen Tageszeitung zuschicken.

Leider ist heute die Wahrscheinlichkeit, dass diese Papiere auf diesem Wege die Öffentlichkeit erreichen eher gering.

Die Redakteure dieser Zeitungen würden mit einiger Wahrscheinlichkeit vielleicht folgende Überlegung anstellen:

Wenn wir dieses Material veröffentlichen

1) machen wir uns juristisch verantwortlich, da das erlangte Material unter der höchsten Geheimhaltungsstufe klassifiziert ist. Neben den Kosten einer juristischen Auseinandersetzung setzen wir uns der Gefahr aus, in Zukunft vom staatlichen Presseinformationsservice benachteiligt zu werden. Im Interesse der ökonomischen Sicherheit unserer Firma und den schutzwürdigen Interessen unserer Mitarbeiter werden wir das Material nicht veröffentlichen.

2) gefährden wir die Sicherheit und Ordnung in diesem Staat, da (gewalttätige) Proteste zu erwarten sind. In anbetracht dieser großen Gefahr werden wir diese Information als verantwortliche Staatsbürger nicht veröffentlichen.

3) beteiligen wir uns an der Verbreitung illegal erhaltener Informationen. Dies können wir nicht verantworten.

4) machen wir uns zu Komplizen der Terroristen und daher muss diese Information wie klassifiziert geheim gehalten werden.

Kurz: Wenn Sie Ihr Leben an die Veröffentlichung dieser Dokumente durch die deutschen Presse- und Medienanstalten knüpfen, haben Sie wahrscheinlich verloren.
Leider ist es mit dem mutigen Journalismus in diesem Land schon lange vorbei.
Es ist reine Hofberichterstattung. Brisantes Material wird nur dann veröffentlicht, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt.

Das ist die Lebensberechtigung von Wikileaks.
Eine guter (investigativer) Journalismus benötigt kein Wikileaks. Länder, in denen der investigative Journalismus gestorben ist, benötigen Wikileaks.

Wikileaks ist daher eine Schande für den investigativen Journalismus.

Dies spürt man auch an den Reaktionen der Medien auf die absurde Hatz auf und Verhaftung von Julian Assange.

Mit einer Art klammheimlichen (Schaden-)Freude scheint über diesen Fall berichtet zu werden. Statt sich für die Verteidigung der Pressefreiheit einzusetzen und sich unmissverständlich VOR Assange aufzubauen, wird das von ihm gelieferte Material veröffentlicht (ließ sich nun nicht mehr vermeiden!) aber er als Quelle wird diskreditiert. Das ist der autoritäre Charakter des deutschen Journalismus.

Es geht in Wahrheit nicht um die Inhalte der Veröffentlichung, sondern um das Versagen des konventionellen investigativen Journalismus.

Dass die wirtschaftlichen großen Unternehmen sich an der Hatz beteiligen, ist ihre freie Entscheidung. Vorauseilender Gehorsam mag in manchen Zeiten wirtschaftlich klug in anderen Zeiten aber katastrophal sein. Dies liegt oft in der Konsequenz und der Aktvität der Kunden und Verbraucher.

Wie immer verdient das Volk, was es bekommt.

BTW: Als personifizierte Schande des deutschen Journalismus fällt mir gerade Herr Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Mitglied im Kuratorium von Journalists Network und ein Mann, der Angst vor seinem eigenen Schatten hat, ein. Seine devoten Interviews mit deutschen Politikern (Motto: "Guten Abend Frau ...., Entschuldigung, dass ich sie was fragen muss...") grenzen geradezu an Peinlichkeit.

05 Dezember 2008

Geist und Materie

Aus einem der schönsten und gehaltvollsten Bücher:


Erwin Schrödinger: Geist und Materie


"Bewußtheit ist mit dem Lernen der organischen Substanz verbunden; das organische Können ist unbewußt."

18 September 2008

Zeitgleichheitsvertunnelung

Da das Internet inzwischen den Anwälten gehört:

<Beitrag zurückgezogen>

Aber dafür eine Buchempfehlung, von einem Physiknobelpreisträger, der in dieser
Rechtegesellschaft das Ende der freien Gesellschaft sieht. Ich schliesse mich seiner Meinung an ;-)

Das Verbrechen der Vernunft: Betrug an der Wissensgesellschaft

05 September 2008

Musik

Geronimi wrote:
Musik, Was wäre die Welt ohne Musik? An der Musik kann man ein seltsames
Phänomen gut nachvollziehen: Obwohl wir nur im JETZT leben, ist Musik nur in
der Zeit existent. Musik kann man nicht wie einen Film in Einzelbilder
zerlegen...

Silvia fragt: Wieso nicht?

Silvia: Töne, aus denen Musik gemacht ist, existieren selbstverständlich – im Falle
ihrer akustischen Aufführung – im Jetzt. Unser Gehirn speichert das „Vorhin
und das „Eben“ und macht daraus einen „Film“, so wie es aus Einzelbildern
Bewegungen zusammensetzt. Wir folgen den Klängen mit den Ohren genauso wie
die Augen Bewegungen folgen. Schall ist eine Folge vieler Töne... Klingt
doch plausibel, oder nicht?

Geronimos Kommentar:
Wie lang ist ein Ton? Ein Knall ist ein wenig im "Jetzt"! Ein Ton ist sicher in der Zeit.

Silvia: Oder besteht die Zeit vielleicht aus lauter kleinen Zeit-Teilchen, so dass
ein ewiger Fluss dieser Teilchen existiert und eine Unterscheidung zwischen
Augenblick, Gegenwart, Zukunft usw. sinnlos ist? (Es würde mich nicht
wundern, wenn ein gewisser Fred Alan Wolf die Musik quantenmechanisch
erklären würde, wo er doch soviel Enthusiasmus besitzt, jede Funktion des
menschlichen Körpers damit zu „hinterlegen“ ;-)
(erklären kann er es nicht wirklich).

Geronimos Kommentar:
Ein ewiger Fluss in was? Hier wird es sehr schwierig...

Silvia: Eher ist wohl dieses „Jetzt“ sinnlos. Alles bekommt nur einen Sinn durch das
Woher und das Wohin, durch Erfahrung und Möglichkeit. Wer LEBT eigentlich
tatsächlich im Jetzt? „Existieren“ wäre richtiger... Ein Leben im Jetzt wird
von wem wahrgenommen? Einzig der Tod hat ein Jetzt, und vielleicht noch
nicht einmal der...

Geronimos Kommentar:
Überlassen wir den Sinn einmal sich selbst...
Zeige mir die Vergangenheit oder zeige mir die Zukunft!
Auf was zeigst du da?
Und wenn du mir das Jetzt zeigen solltest? Wo zeigst du dann hin?

29 August 2008

Ende der Welt

Am 10. September soll der LHC (Large Hadron Collider) in der Schweiz in Betrieb genommen werden. Gesucht wird u.a. das Higgs-Teilchen.
Skeptiker befürchten die Entstehung von schwarzen Löchern, die die gesamte Erde verschlingen könnten.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat nun eine Klage abgewiesen.

Ist das das Ende...?

Geronimos Kommentar:

Wir werden sehen...:-)

Kinder-Buddhismus

Heute sah und hörte ich mittags im Park, wie sich 3-4 kleine 9-10-jährige Jungen unterhielten, als sie von der Schule durch den Park gingen. Der eine Junge sagte nachdrücklich zu seinen Freunden:

"Wenn ich gross bin, will ich 'Buddhismus' werden!"

Geronimos Kommentar:

Der Arme...was haben sie bloss mit ihm gemacht???